Herzlich Willkommen

Der Herbst ist da!

„Wo wir gehn und stehn, kann es jeder sehn. Was ist nur mit dem Baum geschehn? – Man kann kein grünes Blatt mehr sehn. Sie sind jetzt gelb und rot und braun, ihr braucht nur hin zu schaun. Die Blätter schaukeln hin und her. Der Herbstwind pustet immer mehr. Was ist denn mit den Blättern los? -Sie fallen in das Moos.“ So bestaunen die Kleinen in einem Kinderlied den Herbst mit seinen Farben und fallenden Blättern. Und wir Erwachsenen wundern uns, dass Frühling und Sommer schon wieder hinter uns liegen. In diesem Jahr ist das auch alles ganz schön schnell gegangen mit dem Sommer und der Ernte, die Blätter wurden braun, noch ehe es Herbst war. Vieles ist in diesem Frühjahr und Sommer gewachsen, was es jetzt zu Ernten gilt, wofür wir dankbar sind und manches ist uns auferlegt worden, an dem wir noch immer zu tragen haben. Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. So heißt es beim Prediger Salomo, der viel zum Thema Zeit zu sagen wusste. Doch über alles Regelmäßige, wie den Wechsel der Jahreszeiten, was er mit den Worten „Alles hat seine Zeit“ beschreibt, ist mir das sein wichtigstes Wort: „Auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt.“ Ein Stück der Ewigkeit ist uns ins Herz gelegt, über alle Erklärungsversuche vom Blühen – Wachsen – Reifen, alle Bauernregeln, alle Wetterprognosen hinausgeht. Die Ewigkeit in unseren Herzen, sie verweist uns auf unser Leben vor Gott, dass über den Reifeprozess hinausgeht, sogar über den Tod hinaus. Sicher, selten können wir begreifen, wie und warum Gott handelt, wie er es tut, aber die Ewigkeit in unseren Herzen verweist uns auf seine Liebe zu uns. Gottes Liebe lässt uns nicht vermodern wie ein Blatt, dass ins Moos fällt, sondern fängt uns auf in seiner Hand und schenkt uns so viel mehr Kraft und Farbe, als es das Leben hier auf Erden je vermag. Mit Blick auf den November und die Gedenktage die vor uns liegen wird mir die Erkenntnis der Ewigkeit Gottes in einem jeden Herzen zum Trost. Und lässt mich das Jahr mit dem Werden und Vergehen annehmen, weil ich gewiss bin: Gottes Ewigkeit hält mehr für uns bereit.