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Liebe Leserinnen und Leser!

Am 24.09.2017 feiern wir Gemeindefest am Erntedanksonntag. Das Gemeindefest steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des 500jährigen Reformationsjubiläums. Wir feiern in diesem Jahr übrigens im ev. Kindergarten, auch der Gottesdienst findet dort statt, zwischen Altem Bahnhof und Kindergarten. Der Kindergarten ist einer unserer großen Schätze in der Gemeinde, und die Kinder beschäftigen sich in ihren Gottesdiensten schon seit Beginn des Jahres mit dem Leben des Reformators Martin Luther. Sie sind also optimal vorbereitet.

Aber wie passt das alles zusammen? Erntedank – Gemeindefest – Lutherfest ?

Das Erntefest hat sich in den vergan-genen Jahren stark verändert, früher war es DER Sonntag für die Bauern und alle, die in der Landwirtschaft gearbeitet haben.

Es war DER Sonntag um Gott zu danken, dafür was eingebracht wurde und um sich zu freuen, dass das Überleben für den Winter gesichert war. Die Menschen wussten, die Ernte hat man nicht allein in der Hand, es liegt an Gott, dem Schöpfer, wie die Ernte ausgeht. Heute leben in Deutschland nur noch 3% der Menschen direkt von der Landwirtschaft, und in unseren großen Parks, wie dem Luisenpark in Mannheim, gibt es Schaubauernhöfe, damit die Kinder einmal sehen, wie das früher war, und woher die Milch eigentlich kommt. Auch wir in Neulußheim müssen an Erntedank eifrig herumfragen, damit wir genügend Erntegaben für den Altar bekommen, weil es bei uns nicht mehr viele Bauernhöfe gibt. Welche Bedeutung also hat Erntedank heute? Haben wir es nicht mehr nötig?

Dazu schreibt Martin Luther:

„Es ist mancher, der meinet, er habe Gott und alles genug, wenn er Geld und Gut hat, verläßt und brüstet sich darauf so steif und sicher, daß er auf niemand nichts gibt. Siehe, dieser hat auch einen Gott, der heißet Mammon, das ist Geld und Gut, darauf er all sein Herz setzet, welchs auch der allergemeinest Abgott ist auf Erden.“

Luther legt den Finger in die Wunde. Statt sich auf Gott zu verlassen, ziehen viele ihre Sicherheit aus ihren Geldanlagen und ihrem Vermögen. Man kann es vermehren, scheinbar ohne Grenzen. Man kann alles damit kaufen, vielleicht sogar Politiker und Journalisten. Man kann es in Sekundenbruchteilen um den ganzen Erdball jagen, und damit Rendite ernten, wo man nie gesät hat. Das Geld ist plötzlich alles, was früher nur Gott war: allgegenwärtig, allmächtig, allwissend.

Aber im Unterschied zu Gott kann es einen nicht durch den Tod in das ewige Leben begleiten, es garantiert keine Zukunft, keine echte Gemeinschaft mit anderen und kein Lebensglück. Jesus predigte, dass wir uns entscheiden müssen, von wem wir unser Denken und Fühlen leiten lassen. In seine Worten klingt das so: Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Erntedankfest – Gemeindefest – Lutherfest: Das gehört für mich zusammen und ist ein Tag, um sich bewusst zu machen, wo unser Herz hängt und für welche Schätze wir Gott danken. Ich würde mich freuen, Sie beim Fest zu sehen.