Herzlich Willkommen

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Advents- und Weihnachtszeit ist Freudenzeit. Im Advent freue ich mich auf das Plätzchenbacken, den ersten Christstollen, die Kerzen am Adventskranz und besonders auf den Adventskalender mit seinen Geschichten, Gedichten und Impulsen zum Nachdenken.

In diesen Wochen vor und um Weihnachten gelingt es mir fast immer, den Tag mit einer stillen Zeit, mit diesem schönen Kalender, den Ker-zen und einem Gebet zu beginnen. So kommt Weihnachten immer näher, das Fest der Freude, mit der Familie, den Enkelkindern und ihren leuchtenden Augen, wenn wir singen und Geschenke auspacken.

Aber dann gehen meine Gedanken zu den Menschen, die diese Zeit und dieses Fest nicht so sorglos feiern können. Menschen, die in diesen Tagen auf der Flucht sind oder in einem Lager mit vielen anderen zusammen leben müssen, oder die hier in unseren Dörfern und Städten einen Raum zugewiesen bekommen haben, in dem sie sich neu einrichten müssen.

Sie sollen sich integrieren, sich uns anpassen, keine Probleme machen. Wie werden sie diese Advents- und Weihnachtszeit erleben?

Werden sie die frohe Botschaft von der Geburt des Sohnes Gottes, den wir als Heiland und Messias bezeichnen, hören und darüber froh werden?

Und wie geht es den Menschen in unserem Umfeld, die von Krankheiten gebeutelt sind, die sich einsam fühlen, die in einem Heim leben, in deren Familien es nicht so harmonisch abläuft?

Da bleibt mir die Freude doch ein bisschen in den Kleidern stecken. Wie viele Menschen erleben den Advent gerade nicht als Freudenzeit. Da sind Plätzchenduft und Kerzenschein nicht dran und statt Freude ist da Trauer, Angst und tiefes Leid.

Vielleicht muss ich unterscheiden zwischen meiner „schönen Adventsstimmung“ und der Freude, von der z.B. die Hirten ergriffen wurden, als sie das Kind in der Krippe gefunden hatten, von dem die Engel ihnen erzählten. Was haben sie in dem Kind gesehen, gefunden? Was hat sie so berührt und erfreut?

Der Grund dieser Freude liegt in Gott. Weil Gott in seinem Sohn Jesus Christus auf die Welt kommt, weil er aus Liebe heraus handelt, weil er durch sein Kommen neue Perspektiven für eine gerechtere Welt bringt. Gott ist der Herr, und er tröstet sein Volk, das ist Grund zur Freude. Und das hat gar nichts mit Plätzchenduft und Kerzenschein zu tun.

Diese Freude ist nicht abhängig davon, wie ich mich fühle und in welchen Lebensumständen ich stecke, sondern ob ich mein Leben in Gottes Hand lege und Christus nachfolge. Dann kann ich vertrauen, dass Gott über mir wacht. Auch dann, wenn ich selbst nicht mehr weiter weiß.

Advents- und Weihnachtszeit ist Freudenzeit trotz allem Leid, das Menschen durchleben. Warum? Weil Gott uns nicht allein lässt. Er ist das Licht dieser Welt, das gibt mir Hoffnung!
Ich wünsche Ihnen eine frohe und gesegnete Advents- und Weihnachts-zeit.

Hanni Schneider,
Kirchengemeinderätin