Herzlich Willkommen

Liebe Leserinnen und Leser,

Leuchten lernen

zwischen mir
und dem licht
noch so viel last
die schatten wirft
freudenfunken verdunkelt

ruhig werden
an adventlichen tagen
aufräumen das herz
abwerfen last und ballast
frei machen die seelenaugen
für das flackern der kerzen
und von ihnen das leuchten lernen

Maria Sassin aus „Ein Licht für jeden Augenblick“
Verlag am Eschbach, S.260

Dieses Gedicht von Maria Sassin beschreibt das, was da vor uns liegt, ganz genau. Zu Beginn des Advent, der in diesem Jahr doch recht kurz ist, liegt da so vieles, was getan werden muss oder müsste oder kann. Geschenke, Plätzchen, Fensterschmuck und Briefe, die geschrieben werden wollen, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite der lange aufgestaute Ärger, der immer noch nicht geklärt ist und am Weihnachtsfest im Kreis der Familie oder der Freunde wieder aufbrechen wird. Da sind Dinge, welche die Freude über die Ankunft des Lichtes noch gar nicht so groß werden lassen. Denn solange das alles nicht getan ist, kann es nicht Weihnachten werden, oder?

Das war zur Zeit von Jesu Geburt wohl auch nicht anders, stelle ich mir vor. Denken wir allein an die strapaziöse Reise, die Maria und Josef noch vor sich hatten. Oder an die Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern folgten, und die erst einmal dem König Herodes begegnen mussten, bevor sie zum Kind an die Krippe gelangten. Herodes, ein sicherlich nicht ganz einfacher Zeitgenosse. Vielleicht hatten die Weisen schon seine bösen Absichten erkannt als sie weiterzogen und folgendes erlebten:

Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut. Mt 2,10

Die Weisen aus dem Morgenland machen es uns vor: Aus aller Suche, aus allen Erlebnissen mit Herodes, aus aller Hektik heraus, heben sie die Augen auf und sehen den Stern, der sie zum Kind führt. Und plötzlich liegt der Weg klar vor ihnen und legt ihnen die Freude ins Herz, die sie leitet und schließlich ans Ziel bringt. Zum Kind an die Krippe. Zu Gott, der Mensch wird und uns begegnet. Die Weisen aus dem Morgenland haben nicht getan, was Herodes von ihnen erwartet hatte, sondern abgelegt, was sie beschwerte. Sie haben den Blick nach oben gewandt und sich mit Freude anfüllen lassen.

Bis es Weihnachten werden kann, liegt noch einiges vor uns. Mit Maria Sassin möchte ich das Herz aufräumen und Last und Ballast ablegen. Dass meine Augen frei werden, den Stern zu sehen, der für mich, für dich und jeden auf der Welt am Himmel aufgegangen ist und uns die Kraft schenkt, ein wenig zu leuchten.