Herzlich Willkommen

Liebe Leser, liebe Leserinnen,
auf dem blauen Meer ist ein Katamaran unterwegs.

Elegant bahnt er sich seinen Weg durch die Wellen, er wirkt frisch gestrichen und gut in Schuss. Wobei, dem Katamaran fehlt ein Segel. Ohne das Segel kann man keine Fahrt aufnehmen und entwickelt keine Geschwindigkeit.

Wo das Segel geblieben ist? Man weiß es nicht.

Es kann sein, dass es gerissen ist in einem großen Sturm. Immer wieder erleben wir, dass riesige Stürme von der Größe Deutschlands durch die Meere fegen und große Zerstörung anrichten, wenn sie auf Land treffen.

Stürme, die Angst und Schrecken verbreiten. Stürme, in denen man sich Jesus herbeiwünscht, der wie damals den Sturm mit einem Wort und einer Handbewegung besänftigt und zum Schweigen bringt. Und das gilt für die realen Stürme genauso wie für die Stürme, die unser privates Leben erschüttern: Trennung, Verlust eines Menschen, finanzielle Notlagen, Krankheiten. Auf dem Katamaran ganz vorne steht Martin Luther. Er hält seine Bibelübersetzung wie ein kleines Segel vor sich und die Schreibfeder wie ein Steuer. Er scheint voller Zuversicht zu sein, kaum erschöpft von dem großen Jubiläumsjahr 2017, in dem viel Wind um ihn und die anderen Reformatoren gemacht wurde. Martin Luther hat vor 500 Jahren frischen Wind in das Kirchenschiff gebracht. Die Reformatoren wollten damals ein Kirchenschiff haben, dass nur allein mit Christus als Kompass fährt und das vor allem unterwegs ist. Aber das ließ sich auf die Dauer nicht machen. Immer wieder lag zumindest das deutsche evangelische Kirchenschiff auch gemütlich im Hafen in Sicherheit.

Was hat das Jubiläumsjahr 2017 nun für dieses Kirchenschiff ausgetragen?

Es ist neben dem Erinnern und Gedenken auf den großen Bühnen auch in den Gemeinden vor Ort viel auf die Beine gestellt worden, was Menschen begeistert hat und ins Nachdenken geführt hat. Es sind neue Lieder geschrieben und gesungen worden, gute Materialien sind entstanden und neben dem ganzen bunten „Church merch“ gab es viele überzeugende Ideen, wie das Schiff frischen Wind bekommen kann.

Die brauchen wir auch.

Denn längst ist klar: In dem sicheren Häfen können wir nicht liegen bleiben, wenn es uns weiter geben soll. Wir können uns nicht darauf zurückziehen, was war, sondern wir sollten raus fahren mit einer Mannschaft, andere Schiffe suchen und deren Besatzungen kennenlernen. Raus fahren und danach suchen, wo Gott wirkt in dieser Welt und aus diesen Erfahrungen etwas machen.

Oder, wie es eines der Adventslieder sagt:

Es kommt ein Schiff,
geladen bis an sein‘ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewig’s Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein’ teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig’ Geist der Mast.

Der Anker haft‘ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort tut Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein gutes neues Jahr!