Herzlich Willkommen

Liebe Leserinnen und Leser!

„Mai, Juni, Juli, August, wecken in uns die Lebenslust…“ so heißt es in einem Kinderlied von Rolf Zuckowski. Längst ist sie los gegangen, die Zeit, in der die Menschen wieder auf der Straße zu sehen sind. Es werden wieder Feste gefeiert. Es wird geharkt, gekehrt, die Räder werden startklar gemacht, die Spielplätze bevölkert, und die Blauseejahreskarten sind schon gekauft. Alles steht noch mal auf Anfang.

Viele fahren in den Urlaub in dieser Zeit – einfach mal weg von zu Hause, die Seele baumeln lassen, neue Impulse bekommen für den Alltag. Andere nehmen sich die Zeit zu Hause: Mal alles wieder neu überdenken, gucken, wo steckt denn meine Lebenslust, was liegt mir am Herzen und was muss längst mal wieder abgestaubt werden?!

Der Sommer – er bietet vielerlei Möglichkeiten sich dem Leben und seinen Herausforderungen zu stellen– denn im Sommer begegnen wir den Menschen wieder. Und zwar viel häufiger als im Winter. Wir begegnen uns auf den Straßen und Plätzen hier im Dorf, da sind es meist die Menschen, die wir schon lange kennen, aber auch im Urlaub, wo wir eher auf Unbekannte treffen.

Das birgt das Risiko, dass man sich auseinandersetzt mit denen, die einem begegnen. Dass man Auskunft gibt über das, was einem wichtig ist. Dass man sich auch mal leidenschaftlich dafür einsetzt.

Einer, der genau dieses Risiko immer wieder suchte, der die Menschen suchte, um ihnen davon zu erzählen was ihn trug, war der Apostel Paulus, von dem der folgende Satz in der Apostelgeschichte überliefert ist:

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. (Apg 26,22)

Gottes Hilfe habe ich erfahren. Paulus erzählt da von Jesus, der Christus, der ihm erschienen ist. Und er erzählt von Gott, der dem Menschen als Mensch begegnete. Ich stelle mir vor, er ginge durch unseren Ort und erzählte von Jesus. Oder er würde mir im Urlaub begegnen. Mit ihm müsste ich mich wohl auseinandersetzen über die Frage:

Was trägt mich eigentlich? Oder besser: Wer trägt mich eigentlich?

Gottes Hilfe habe ich erfahren. So sagt es Paulus, und es ist eine echte Aufgabe, diese Momente auch in unserem Leben zu entdecken und vielleicht auch dem ein oder anderen Auskunft darüber zu geben von dem Gott, der Freiheit schenkt, der mich mein Leben selbst gestalten lässt und einzig von mir fordert, das auch anderen, sogar jedem, zu ermöglichen.

Mai, Juni, Juli, August, wecken in uns die Lebenslust. In diesem Sinne, raus auf die Straße und begegnen, was das Zeug hält. Und erzählen von dem, der mich trägt.