Herzlich Willkommen

Liebe Leserinnen und Leser,

in den kommenden Tagen und Wochen werden es immer mehr werden. An vielen Stellen werden sie durchbrechen, die Sommerblumen, und uns in bunten Farben versichern, dass jetzt die Sommersaison beginnt und der Blausee auf uns wartet. Rosen in allen Farben, Gladiolen, Lilien, Kornblumen, Klatschmohn und noch viele mehr. Ich freue mich auf jede einzelne von ihnen.

Blumen stehen nicht nur für sich selbst, sondern sie verkörpern auch immer etwas, so bedeutet das Gänseblümchen Treue und Vertrauen, die Glockenblume Dankbarkeit, der Mohn verkörpert die Lebenslust, die Zinie die Loyalität. Vieles lässt sich mit der Sprache der Blumen ausdrücken. Eine besondere Blume, die sich so in keinem botanischen Lexikon finden lässt, spielt in diesem Jahr eine besondere Rolle. Die Lutherrose, die sich in diesem Jahr, da das 500jährige Reformationsjubiläum gefeiert wird, einer besonderen Aufmerksamkeit erfreuen darf. So wie Blumen in ihrer eigenen Sprache Gefühle und Beziehungen zum Ausdruck bringen, so erklärt die Lutherrose in einem kleinen Symbol, was es mit Gott und dem Menschen auf sich hat. In der Mitte, quasi dem Blumenstempel der weißen Lutherrose findet sich ein rotes Herz, in dem ein schwarzes Kreuz abgebildet ist. Das Kreuz soll an das Leben und Sterben Jesus Christus erinnern, denn er ist der Mittelpunkt des Glaubens. Das Kreuz steht im Zentrum und erinnert daran, dass „der Glaube an den Gekreuzigten uns selig machet“. Das schwarze Kreuz ist nicht ein kleines feines Schmuckstück, sondern Tod, Schmerz und Grausamkeit sind mit dem Kreuz verbunden. Vielleicht kommt darin auch Luthers eigentliche Frage zum Ausdruck: „Wie kann ich vor Gott bestehen? Was kann ich tun, damit Gott mich mag?“ Auf alle Fälle aber sagt dieses Kreuz auch, dass es nicht wir Menschen sind, die gut und fromm sind und deshalb von Gott angenommen werden. Nicht wir können etwas bieten, was Gott beeindruckte, sondern er, Gott allein ist es, der barmherzig uns gegenüber ist. Er ist es, der uns entgegenkommt und von allem erlöst, in seinem Sohn Jesus Christus. Der geht ans Kreuz, aus Liebe zu uns Men-schen. Gott kommt uns entgegen und er nimmt alles auf sich, auch Schmerz, Leid und sogar den Tod: aus Liebe. Das einzige, was wir da noch tun können, ist, dass wir Gottes Liebe annehmen und darauf vertrauen. Das Kreuz, in diesem Sinne ist es doch ein Schmuckstück, selbst in seiner schwarzen Farbe. Es erzählt uns von einer ungeheuren Liebe, die uns eben nicht klein macht, nicht erdrückt, sondern uns aufrecht den Menschen und Gott gegenüber macht. Die frohe Botschaft von Jesus Christus hilft uns zum Leben.

Um das Kreuz herum ein tiefrotes Herz. In unserem Glauben kommt der Verstand an seine Grenzen. Wir können nur mit dem Herzen „verstehen“, was Gott uns in Jesus schenkt. „Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe,“ schreibt Luther in einer Erklärung zu seinem Wappen. Und weiter: „Solche Rose stehet im himmelfarbenen Felde, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig, jetzt wohl schon drinnen begriffen und durch Hoffnung gefasset, aber noch nicht offenbar.“ Im Glauben erfahren wir bereits schon ein Stück des Himmels, ein Stück von Gott, der uns geschaffen hat. Und weil die Worte und die Güte Gottes ewig sind, wird die Rose von einem goldenen Ring umschlossen. Denn ein Ring hat – ebenso wie die Liebe Gottes – keinen Anfang und kein Ende. Die Lutherrose, sie erinnert uns daran, was Luther erkannt hat: „Gott liebt die Menschen auf eine ganz besondere Weise.“